29. Oktober 2020

Sind wir Wasser-Batterien?

Wenn du glaubst, dass unsere Hauptenergiequelle die Kalorien aus der Nahrung sind, dann wird dir dieser Artikel zu mehr Vitalität und Lebensenergie helfen. Eine Schlüsselfrage überhaupt ist: Woher beziehen wir Menschen unsere Energie?

In unseren Körpern fließt im wahrsten Sinne des Wortes Strom. Strom ist nichts anderes als ein Elektronen-Fluss von einem Minus Pol zu einem Plus Pol. Die Differenz von Elektronen zwischen diesen zwei Polen ist die elektrische Spannung und wird in Volt gemessen. Jede gesunde Zelle im Körper hat eine elektrische Zellspannung von -70 millivolt (mV) an der Zellmembran. Die Innenseite der Zellmembran, der Minuspol, ist negativ geladen, während die Außenseite, der Pluspol, positiv geladen ist. Eine Krebszelle hat ca. -15 mV und bei 0 mV ist die Zelle tot. Es fließt kein Strom mehr. 

Zurück zur Schlüsselfrage: Was erzeugt den Strom im menschlichen Körper? Woher kommen die Elektronen? Der wissenschaftliche Konsens unter den meisten Ärzten ist, dass die elektrische “Zellpumpe”, auch bekannt als Natrium-Kalium-Pumpe, den Strom in der Zelle erzeugt. Sehr vereinfacht gesagt, werden Kalorien aus der Nahrung in den Mitochondrien in ATP umgewandelt. ATP stellt die Energie für die Natrium-Kalium Pumpe zur Verfügung, welche durch einen Ionenaustausch von Natrium und Kalium-Ionen die negative Zellspannung von idealerweise -70mV aufrecht erhält.

Diese Theorie wurde jedoch von dem Biochemiker und Zellphysiologen Gilbert Ling mathematisch widerlegt: Nach Ling ist die Energie aus Kalorien bzw. ATP nicht ausreichend, um die Natrium-Kalium Pumpe in der Zellmembran am Laufen zu halten. Seine Berechnungen wurden bis heute nicht widerlegt. Ling sah die Quelle der Energie viel mehr im zellulären Wasser. Der gleichen Ansicht war der Nobelpreisträger, Entdecker von Vitamin C und Begründer der modernen Biochemie Albert Szent-Györgyi. Von ihm stammt die bekannte Aussage: „Waser ist die Matrix und Mutter des Lebens“.

Professor Gerald H. Pollack für Biomedical Engineering an der University of Washington zweifelt ebenfalls die Theorie der Natrium-Kalium Pumpe an. Stattdessen argumentiert er, dass die elektrische Spannung an der Zellmembran durch Ladungstrennung von Wassermolekülen entsteht. 

Ladungstrennung: 3 H2O → H3O2 + H3O+

Pollack und sein Team machten folgende Beobachtung: Steckt man eine Membran in Wasser (H2O), bilden sich zwei Zonen: (1) Entlang der Membran bildet sich ein stark strukturiertes und negativ geladenes Wasser. Dieses Wasser (H3O2) ist reich an Elektronen und bildet eine hexagonale Struktur, welche Bienenwaben ähnelt. Diese hexagonal-kristalline Struktur stellt den vierten Aggregatzustand von Wasser dar. Diese hexagonale Struktur wirkt so stark, dass es alle anderen Stoffe ausgrenzt, unter anderem (2) die restlichen Wassermoleküle (H3O+). Diese sind, durch die Trennung von der hexagonalen Struktur, arm an Elektronen, reich an Protonen und daher positiv geladen. 

In Batterien wird eine elektrochemische Ladungstrennung zur Erzeugung von Energie genutzt. Könnte es sein, dass Wasser durch Ladungstrennung eine Art Batterie darstellt? Wenn dem so wäre, dann müsste man die potenzielle Energie elektrisch nutzen können. Und genau das ist der Fall! Taucht man eine Elektrode in den “Minuspol”, die Zone im Wasser mit der hexagonalen Struktur, und eine Elektrode in den “Pluspol”, die unstrukturierte Zone im Wasser, kann man eine elektrische Spannung von -100 bis -200 mV messen. Das ist keine besonders hohe Spannung, aber möglicherweise ausreichend für das Zellmembran-Spannungsgefälle von -70 mV gesunder Zellen? Warum sollte es nicht so sein? Ist es nicht naheliegend, dass das gleiche Phänomen durch unser Zellwasser in unseren Zellen entlang der Zellmembranen auftritt?

Weiter gedacht: Wenn Wasser eine Batterie darstellt und das Zellwasser die Zellbatterie in unserem Körper ist, was ist dann die Energiequelle der “Wasserbatterie”? Wie lädt sich die Batterie ständig auf? Pollack sieht die Energiequelle von Wasser im Sonnenlicht. Die elektromagnetische Strahlungsenergie der Sonne, insbesondere die infrarote Strahlung, erzeugt die potenzielle Energie im Wasser, indem sie die Wassermoleküle ständig hexagonal strukturiert und dadurch die Ladung trennt. 

So abwegig ist die Idee einer Zellwasser-Batterie, aufgeladen durch Sonnenlicht, nicht, wenn man bedenkt, dass genau das im ersten Schritt der Photosynthese passiert. Pflanzenzellen bestehen zum Großteil aus Wasser und wandeln die elektromagnetische Sonnenstrahlung durch Übertragung von Elektronen in chemische Energie um. Pflanzen nutzen diese Energie zur Synthese von organischen Substanzen wie Glucose. Unsere Zellen dagegen nutzen die Energie für alle möglichen Abläufe in den verschiedensten Körperzellen, wie zum Beispiel Stoffwechselprozesse, Nervenimpulsübertragung und so weiter. 

“Arbeit könne in der Biologie als die Ausnutzung von Elektronenenergie verstanden werden.” sagte einst Albert Szent-Györgyi. Durch Sonnenlicht aktiviertes Wasser liefert diese Elektronen und könnte somit eine, wenn nicht sogar die, Hauptquelle für Energie in unserem Körper sein. Nicht umsonst besteht unser Körper zu ca. 70% aus Wasser und wir könnten keine 3 Tage ohne Wasser leben. Ohne Nahrung schon!

Tatsächlich gibt es Menschen, die ohne Nahrung leben. So berichtet Spiegel Online: Yogi Prahlad Jani stellt indische Ärzte vor Rätsel. In einer zwei wöchigen kontrollierten Untersuchung im Krankenhaus, unter Aufsicht des indischen Militärs, hat Yogi Jani keine Nahrung zu sich genommen und erfreut sich bester Gesundheit. Ein Einzelfall? Gewiss nicht. Weltweit behaupten ca. 10.000 Menschen, sogenannte Pranier, dass Sie ohne Nahrung und ausschließlich von Licht und Wasser leben. 

Die Erkenntnis, dass Wasser unsere Batterie ist, ist so bahnbrechend, dass sie Wasser in ein völlig anderes Licht stellt – im wahrsten Sinne des Wortes. Die Bedeutung von Wasser und Sonnenlicht auf unsere Organismen und die Umwelt ist dadurch noch viel höher einzustufen, als den meisten Menschen heute bewusst ist.

Sicherlich werden viele Leser nach dem Lesen des Artikels viele Fragen haben: Warum essen wir dann? Was machen die Mitochondrien dann in den Zellen? Warum hat sich dieses Wissen in der Wissenschaft bis heute nicht durchgesetzt? Welches Wasser sollte man idealerweise trinken? Darauf werde ich in den kommenden Blog-Artikeln eingehen. Ich freue mich auf viele Kommentare, Fragen und eine sachliche Diskussion!

Quellen:

  1. Ling, Gilbert (2001): Life at the Cell and Below-Cell Level. The Hidden History of a Fundamental Revolution in Biology.
  2. On the Back of a Tiger: Episode One, Gilbert Ling.
  3. Pollack, Gerald (2018): Wasser. Viel mehr als H2O.

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